Umwelt.
Fakten.
Print.

Eine Informationsinitiative
der Verbände Druck und Medien.

Wie nachhaltig ist Print – und wie lässt sich das belastbar messen? Hier finden Sie eine Zusammenstellung messbarer Fakten und belastbarer Daten zur Umweltwirkung von Print entlang des gesamten Lebenszyklus: von den eingesetzten Rohstoffen über die Produktion und den Energie- und Wasserverbrauch bis hin zu Nutzung, Recycling und Entsorgung.

Die Fakten auf einen Blick

1
Papier aus verantwortungsvollen Quellen

Papier ist der wichtigste Rohstoff für Druckerzeugnisse. Deshalb spielt die Herkunft der eingesetzten Holz- und Papierrohstoffe eine zentrale Rolle. Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) soll sicherstellen, dass Papier, das in der EU erstmals auf den Markt gebracht wird, nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung steht. Für Papier und Karton gelten ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen entsprechende Nachweispflichten. Kleine und Kleinstunternehmen müssen die Anforderungen ab dem 30. Juni 2027 erfüllen. Druckerzeugnisse selbst fallen nach der aktuellen Rechtslage nicht mehr unmittelbar unter die EUDR. Für die Printbranche bleibt die Verordnung dennoch relevant: Unternehmen müssen bei der Auswahl ihrer Papierlieferanten und Rohstoffe auf nachvollziehbare Herkunftsnachweise achten.

2
Die Waldfläche in Deutschland nimmt zu

Zwischen 2012 und 2022 ist die Waldfläche in Deutschland netto um 15.606 Hektar gewachsen. Das entspricht einem Wachstum von durchschnittlich rund 1560 Hektar oder 2200 Fußballfeldern pro Jahr.

3
Grafisches Papier bleibt im Kreislauf: 85,9 Prozent Verwertungsquote

2024 wurden in Deutschland 85,9 Prozent der grafischen Papiere verwertet – also dem Recycling zugeführt. Damit zählt der Altpapierkreislauf in Deutschland zu den leistungsfähigsten weltweit.

4
Aus Altpapier wird neues Papier

Altpapier ist in Deutschland der wichtigste Rohstoff der Papierindustrie. 2025 wurden rund 15,8 Mio. Tonnen Altpapier für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton eingesetzt. Damit lag der Altpapieranteil an der deutschen Papierproduktion bei rund 85 Prozent.

5
Wasser bleibt im Kreislauf: Die spezifische Abwassermenge der Papierherstellung sinkt seit Jahrzehnten

Rund 90 Prozent des eingesetzten Frischwassers, das die deutsche Papierindustrie zur Herstellung von Papier und Karton entnimmt, wird nach der Aufbereitung wieder in die Gewässer zurückgeführt. Wasser wird dabei vielfach innerhalb der Produktionsprozesse im Kreislauf geführt und mehrfach genutzt. Die Papierindustrie hat ihren Wasserbedarf und die spezifische Abwassermenge über Jahrzehnte deutlich reduziert. Während in den 1970er-Jahren noch rund 50 Liter je Kilogramm Papier anfielen, waren es 2023 nur noch 8,9 Liter pro Kilogramm Papier. Das anfallende Abwasser wird vor der Einleitung in betriebseigenen oder kommunalen Kläranlagen gereinigt.

6
Weniger Energieeinsatz je Tonne Papier

Energie spielt in der Druck- und Medienproduktion eine wichtige Rolle. Druck- und Medienunternehmen setzen deshalb auf energieeffiziente Maschinen, optimierte Produktionsprozesse und eine zunehmend erneuerbare Energieversorgung. Photovoltaikanlagen auf Betriebsgebäuden oder der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen sind dabei Möglichkeiten, den eigenen Energiebezug nachhaltiger zu gestalten.

7
Print hat einen kleineren CO₂-Fußabdruck, als viele denken

Druckprodukte verursachen weniger als 1 Prozent des durchschnittlichen CO₂-Fußabdrucks einer Person in Deutschland. Das zeigt eine eigene Berechnung des BVDM, bei der die durchschnittlichen CO₂-Emissionen einer Tonne Druckprodukte ermittelt und auf die insgesamt in Deutschland in Verkehr gebrachte Menge grafischer Druckerzeugnisse hochgerechnet wurden. 

8
Print vs. Digital: Klimabilanz von Print besser als ihr Ruf

Eine aktuelle Lebenszyklusstudie des Öko-Instituts, die gemeinsam von fünf Branchenverbänden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden – darunter der BVDM – beauftragt wurde, zeigt: Online-Werbung ist nicht automatisch klimafreundlicher als Print. In der Studie wurde Printwerbung mit ihren digitalen Pendants verglichen. Gemeinsame Bezugsgröße waren jeweils eine Million Werbeimpressionen.

9
Studie zeigt: Print-Prospekte können eine bessere Klimabilanz aufweisen als PDF-Prospekte

Eine vergleichende Lebenszyklus-Studie des Öko-Instituts kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Bei einer Million Impressionen liegt der CO2-Fußabdruck eines gedruckten Prospekts unter den untersuchten Bedingungen rund fünfmal niedriger als der eines vergleichbaren Prospekts im PDF-Format. Für den Vergleich wurden die relevanten Emissionen entlang des jeweiligen Lebenszyklus berücksichtigt. Bei Print fließen unter anderem Papierherstellung, Druck und Distribution ein, während bei der digitalen Variante beispielsweise Datenübertragung und Nutzung der digitalen Infrastruktur berücksichtigt werden.

10
Standards schaffen Vergleichbarkeit

Für die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks von Druckerzeugnissen steht mit dem CO2-Rechner der Klimainitiative der Druck- und Medienverbände ein einheitliches, auf Druckverfahren spezialisiertes Berechnungsverfahren zur Verfügung. 

11
Mehr als 10 % der Investitionen deutscher Druckereien fließen in den Umweltschutz

Auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes hat der BVDM die Umweltschutzinvestitionen im Wirtschaftszweig 18 (Druck) berechnet. Demnach entfielen im Jahr 2023 10,8 Prozent der Investitionen in der deutschen Druckindustrie auf den Umweltschutz. Der Anteil lag damit deutlich über dem Durchschnitt des Produzierenden Gewerbes von 7,1 Prozent. Dazu zählen beispielsweise Anlagen und Technologien, die die Energieeffizienz steigern, Emissionen mindern oder Ressourcen effizienter nutzen.

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